Berlin, 22.01.05 "Solidaritt mit den Gefangenen von Potsdam" Party von solid36 in der OUBS
An diesem Abend platzte der Hodensack und heraus kamen wste Beschimpfungen an Technik, Publikum und Fotzen.
Gesellschaftlich verantwortliches Handeln stellt sich oft als ein Gegenpol zu der wirtschaftlichen Optimierung
der eigenen Umstnde dar. Oft bedeutet es den bewussten Verzicht auf Chancen, Freiheit und Selbstbestimmung.
zit: Stefan Brck
Ich steige auf die staubige Bhne mit den politischen Parolen rundum und das Mikrofon ist noch nicht an, ich
schreie ber bescheidene 5/6 Leute im Raum die vermeintlich verheerenden Worte: "Guten Nabend ihr Fotzen und
die Fotzen von der Technik mgen jetzt mal bitte das Mikro anmachen!" In dem Moment stiefelt der Technikmann,
der doch vorher so nett war, auf mich zu und zupft das Kabel mit den Worten:"Hier ist jetzt Feierabend!" aus
dem Mikro. Es ist ruhig, schockiert und unangenehm berhrt zieht dieses Wort durch die Rume, wo sie doch alle
so friedlich saen. Fragezeichen im Raum. Andr strzt sich sofort auf den Spiebrger und versucht zu retten,
was so kostbar ist, bis er am Mann zerrt und ihn schlielich wegstt. Der Herr Techniker sagt kein Wort,
auer "Ich habe Frau und Kinder zu Hause, sowas muss ich mir nicht anhren, ich will jetzt auch nach Hause..."
Das ist alles. Verschiedene Personen versuchen noch, ihn umzustimmen, doch er bleibt stumm.
Ich entschuldige mich sogar, ...bei tauben Ohren.
In den ranzigen Rumen steht dieses Wort. Ich habe das Gefhl, dass alle Leute wild , eh ohne Ziel, umherlaufen
und es nicht fassen knnen, berall ist dieses Wort. Ich habe das stolze Gefhl etwas ausgelst zu haben,
schn, dass so etwas in dieser erfahrenen Gesellschaft noch geht. Ich habe einen Eklat ausgelst, ich fhle
mich gut, alles ist mir total wurst!
JAHAHA! Wir werden hier heute Abend noch fr dieses Publikum spielen. Wir bauen in einem anderen Raum auf, wo
gerade noch die Ethno-Gemeinde sitzt, all die, die gerade von mir weg hierher geflohen sind. Vom Regen in die Traufe
und so durchbohren mich ihre lcherlich bsen Blicke und ich muss mich zusammennehmen, nicht loszuprusten vor
soviel peinlicher Akribie und Moralsucht. In dieser Bonzokratie beginnen wir unser Set, ich singe mir das
Gelchter aus dem Drecksmaul und die verstrten Gesichter sagen:"Du bist dermaen lcherlich und hier
eindeutig am falschen Ort!". Dies ist genau der richtige Ort, um einmal nichts zu verlieren zu haben, ich
verliere mich im Gesang und robbe den Boden rein. Das 6 Songs lang in kratzigstem Boxensound und dann springe
ich auf, schmettere das Mikro aufs Linoleum und trete es irgendwohin...
Andr ist kurz davor, seinen Synthie umzustoen vor lauter Wut auf mein Verhalten und zu allem berfluss,
zu aller Lcherlichkeit dieser Gesellschaft, kreischt ein Mdchen sowas wie "Schmei Den raus!!!". Das war der
Klimax, ich strme auf die Stimme zu, zwicke ihr lppisch neckisch am Ohrlppchen, ohne Aggression, wei Gott.
Sie hat das allerdings falsch verstanden, steigt aus ihrem Sessel aus und stt mir vor die Brust und ich so
"Ey Entschuldige, entschuldige, mann, war doch nicht so gemeint..."etc, sie absolut in Rage, ihr Bruder nimmt
mich zur Seite, warum ich seine Schwester anpacken wrde, wir gehen zu dritt raus und reden. Wir reden ber
den Abend, ich rede soviel Bldsinn, wie immer und sie schnitzen mir verbal eine 666 auf die Stirn, ich muss
wirklich den Lachreiz unterdrcken, ich sei ein Sexist und ein Nazi und was ich hier zu suchen htte.
Sie ist nicht zufrieden bis wir Vulgr-Elektro-Pop-Pack vom Platz sind. Fertig. Wir sind raus, Andr hat von
der beleidigten Techniker-Leberwurst noch eine ordentliche Entschuldigung gehrt und dann war die Seele dank
dieses Abends gereinigt. Schn, dass es sowas noch gibt!
Christian Meyer
zurck zu Christian!
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